Stanley Milgram Stanley Milgram (* 15. August 1933 in New York City, † 20. Dezember 1984 ebenda (Herzinfarkt) war ein US-amerikanischer Psychologe. http://de.wikipedia.org/wiki/Stanley_Milgram Stanley Milgram wurde bekannt durch seine Arbeit zum Gehorsam gegenüber Autoritäten. In seinen heute als Milgram-Experiment bezeichneten Versuchen zeigte er, dass die Mehrzahl der Durchschnittsmenschen sich von angeblichen Autoritäten dazu bewegen lassen, Unbeteiligte systematisch zu misshandeln. Seine Arbeit ist besonders wichtig, um zu verstehen, wie bislang unauffällige Menschen ohne offensichtliche Veränderung Grausamkeiten begehen können. Sie löste Widerspruch aus, weil sie implizierte, dass ein Großteil der Menschen potentiell grausam ist - ein dem Normalbürger fremder Gedanke. Aber auch Vertreter von Ideologien, die das 'Gute im Menschen' postulieren, fühlten sich angegriffen.Das Kleine-Welt-Phänomen Milgram prägte auch den Begriff des Kleine-Welt-Phänomens (small world phenomenon) und untersuchte es, indem er die Post zu Zwecken der Sozialforschung nutzbar machte. Bevor er das Kleine-Welt-Phänomen untersuchen konnte, entwickelte Milgram 1960 die sog. "lost-letter-technique". Diese Methode dient dazu, die Einstellung einer Bevölkerung in einem bestimmten Testgebiet zu erforschen, ohne dass sich wie bei herkömmlichen Methoden soziale Einflüsse wie etwa die erwartete political correctness in den Antworten auf die Befragung niederschlagen. Dazu dienten Briefe, die vollständig adressiert und frankiert im Testgebiet zurückgelassen wurden und den Eindruck erweckten, verloren worden zu sein. Sie waren (neben Privatpersonen) an Menschen adressiert, die erkennbar einer Gruppierung oder Institution angehörten, etwa einer medizinischen Forschungseinrichtung, der kommunistischen Partei oder den Nationalsozialisten. Aus der Anzahl der Briefe, die die Bewohner hilfsbereit an die Adresse weiterleiteten, also etwa in den Briefkasten warfen, schloß der Experimentator auf die Einstellung der Bevölkerung zu den Gruppierungen. Auch zur Erforschung des Kleine-Welt-Phänomens dienten Briefe. 160 wurden mit der Bitte verteilt, sie an einen mit Milgram befreundeten Aktienhändler weiterzuleiten. Dessen genaue Anschrift jedoch, gab der Hilfesuchende vor, sei ihm unbekannt. Wie sich zeigte, passierten von den Briefen, die die Aktienhändler erreichten, alle durchschnittlich nicht mehr als sechs Zwischenadressaten (d.h. der sog. Netzwerkdurchmesser war sechs). Weiterhin wurden dem Aktienhändler fast alle diese Briefe von nur drei seiner Freunde weitergeleitet. Eine Aussage, wie und warum die verlorengegangen Briefe verlorengingen, konnte freilich nicht getroffen werden.